| Tierheim: Tiergeschichten aus unserem Tierheim Das gefährliche Leben eines AnlagehundesAn einem Sonntagmorgen um 7.30 Uhr ging ich, ein American Stafford, mit meinem Frauchen auf "unserem Feld" spazieren. Da der Feldweg normalerweise nur von Fußgängern und Fahrradfahrern genutzt wird, drehten wir uns erstaunt um, als wir hinter uns ein Auto kommen hörten. Da das Auto uns nicht überholte und hinter uns einparkte, lief ich fröhlich weiter hinter meinem Bällchen her, welches mein Frauchen warf. Plötzlich traute ich meinen Ohren nicht! Mir stellten sich die Nackenhaare hoch. Laut schrie doch wahrhaftig eine Männerstimme:
"So was müsste man sofort abknallen."
Wen meinte er? Doch nicht mein Frauchen oder gar MICH? Wir hatten doch nichts verbrochen, außer, dass wir friedlich spazieren gingen und ich mit meinem Bällchen spielte!!! Ich drehte mich um und sah einen Mann, der diese hässlichen Worte aus dem geparkten Auto hinter uns herschrie. Ich war entsetzt, aber auch Panik kroch in mir hoch. Weit und breit waren wir alleine auf diesem Feld und keiner konnte uns helfen! Sofort lief ich zu meinem Frauchen und ging brav bei Fuß mit ihr weiter. Ich merkte jedoch ihre Unsicherheit und Angst was mich nun doch sehr beunruhigte. Unsere Schritte wurden immer schneller. Was wollte dieser Mensch von uns? Es waren schreckliche Minuten für mich, denn ich war mir nicht sicher, war es nur eine gehässige Bemerkung oder saß dort wirklich ein Irrer im Auto der seine Drohung wahrmachen würde. Ich verstand meine Hundewelt nicht mehr. Die Menschen lieben doch uns Hunde und wir sind deren treuste Freunde. Der Feldweg nach Hause wurde immer länger und völlig am Ende kamen wir zu Hause an. Herrchen und Frauchen jedoch, fuhren ohne mich, noch einmal zum Feld zurück. Was ich danach von ihnen hörte, konnte ich nicht fassen. Der Mensch, der uns so einen Schrecken eingejagt hatte, war ein Hundesportler aus einer Ortsgruppe und legte gerade eine Fährte für seine Vereinshunde. Ich konnte es nicht fassen. Eigentlich ein Hundefreund, wohl doch kein Irrer! Wie weit ist die Einstellung der Menschen gegenüber uns Anlagehunden gesunken, wenn wir sogar von den so genannten Hundesportlern und Hundefreunden, so gemein angegriffen werden. Aber wie sollte es auch anders sein, dieser sportliche Mann stritt natürlich alles ab. Stand noch nicht einmal zu dem, was er uns so gemein nachschrie. Herrchen meinte, er faselte irgendwas von Radio und wir hätten uns verhört. Jedoch eine Bemerkung konnte er sich nicht verkneifen:
"Hauptsache der Hund hat die Befreiung."
Mit dieser Bemerkung war aber klar, wir hatten uns nicht verhört! Er hatte mit seiner Bemerkung ".....abknallen" MICH gemeint. Aber warum? Ich verstand die Welt nicht mehr. Habe doch noch keinem Menschen etwas getan und liebe eigentlich alle Dosenöffner. Im Gegenteil, auch ich bin ein Hundesportler. Seit meinem Welpenalter besucht mein Frauchen mit mir Hundeschulen und seit zwei Jahren betätigen wir uns im Hundesport (Unterordnung, Agylity und auch Fährtenarbeit). Sogar einer SV-Ortsgruppe gehöre ich an und selbstverständlich habe ich als Staffi die Maulkorb- und Leinenbefreiung. Dieser Typ ist also an den falschen "Kampfhund" geraten. Sein Hund und ich sind Hundekollegen. Gott sei Dank kenne ich genügend liebe Hundesportler, die mir ohne Vorurteile entgegentreten. Ich hoffe nur, dass dieser Mensch sich in Zukunft nur auf das Fährten konzentriert und nicht auf das Bedrohen von uns so "genannten Kampfhunden". Wir wollen doch auch Leben und jeder Hund ist nur das, was der Mensch aus ihm macht ! ! ! Zum Schluss stellt sich mir nur noch die Frage, ob sein Hund wohl genauso sozialisiert anderen Hunden gegenüber, gehorsam und menschenfreundlich ist wie ICH ? Anm. des TSV-GE: Leider beruht dieser Fall auf Tatsachen. Aus Angst vor Repressalien keine weiteren Hinweise. Autorin, und Ort des Geschehen sind dem TSV bekannt. |
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